
Buch oder Bildschirm?
Über Literatursendungen im TV
Bedroht das Fernsehen die Literatur? Sitzt die Menschheit bald nur noch vor der Glotze? Mitnichten! Zahlreiche Literatursendungen im TV zeigen, dass Fernsehen sogar zum Lesen anreizen kann. Ein Blick auf Einschaltquoten der Sendungen und Absatzzahlen der Buchhändler belegt das.
"Fernsehen bildet. Immer wenn der Fernseher an ist, gehe ich in ein anderes Zimmer und lese." (Groucho Marx). Eine Aussage, die vermuten lässt, dass das beizeiten durchaus jämmerliche Fernsehprogramm die Bürger wieder vermehrt zum Lesen anregt.
Dennoch dominiert die Auffassung, dass seit Erfindung des Fernsehens die Leseleidenschaft der Menschen an den meisten Orten der Welt zurückgegangen ist. Dass sich Fernseher und Buch nicht bedrohen müssen, sondern Sendungen im TV sogar zum Lesen anreizen können, beweisen unzählige Literatursendungen – das Buch wird Thema im Fernsehen. Zwei dieser vielen Sendungen stellt wie-ich-will.de vor.
Druckfrisch in der ARD
Die ARD wartet mit dem Büchermagazin "Druckfrisch" auf. Erklärtes Ziel der Literatursendung mit Moderator Denis Scheck ist es, dem Leser Orientierung im Bücherdschungel zu bieten – denn bei rund 90.000 Neuerscheinungen jährlich kann man diese leicht mal verlieren.
Im Magazin besucht der Moderator Schriftsteller und stellt Neuerscheinungen vor. Das Themenspektrum ist breit: Belletristik, Biographien und Krimis, aber auch Sach- und Kochbücher werden zum Gegenstand – Scheck lobt, verreißt, empfiehlt.
Schon früh entdeckte der Moderator seine Leidenschaft für Literatur, so dass das Studium der vergleichenden Literaturwissenschaft und Zeitgeschichte als logische Konsequenz scheint. Unter anderem arbeitet er als Literarischer Agent, Literaturredakteur und freier Kritiker.
Achtmal jährlich ist Schenk mit "Druckfrisch" auf Sendung, jeweils sonntags von 23.30 bis 0.00 Uhr.
Lesen! im ZDF
Seit April 2003 ist Elke Heidenreich im ZDF mit "Lesen!" auf Sendung. Sechsmal jährlich gibt sie in "Lesen!", das aus der Kölner Kinderoper gesendet wird, Tipps zu beachtenswerten Neuerscheinung und literarischen Klassikern.
Vier Werke präsentiert die Schriftstellerin und Journalistin in der Regel pro Sendung, ein prominenter Studiogast stellt sein Lieblingsbuch vor. Heidenreich, die, wie sie im Interview mit ZDFonline bemerkt, schon immer "gerne und viel gelesen" hat, möchte in ihrer Sendung Literatur positiv vermitteln. Es geht nicht darum, Bücher zu verreißen, sondern vielmehr darum, Heidenreichs Begeisterung für Literatur weiterzugeben - der Funke soll auf die Zuschauerinnen und Zuschauer überspringen.
Und diese vertrauen ihrem Urteil, was hohe Einschaltquoten ebenso belegen, wie die Steigerung der Verkaufszahlen der von ihr empfohlenen Bücher am Tag nach Ausstrahlung der Sendung. "Die Leute vertrauen mir und wissen, dass ich ihnen nicht irgendwas verkaufen möchte, nur um zu beweisen, wie schlau ich bin - sondern die Freude am Lesen.", so Heidenreich gegenüber ZDFonline.
Weitere Informationen:
"Druckfrisch" auf der Internetseite der ARD
» www.das-erste.de/druckfrisch
"Lesen!" auf der Internetseite des ZDF
» www.zdf.de/inhalt






